Das Debüt von Melanie Raabe bietet bis kurz vor Schluss Spannung in Reinform. Die Geschichte der jungen Schriftstellerin, die seit dem Tod ihrer Schwester völlig zurückgezogen lebt, wird auf zwei Ebenen erzählt, die sich immer wieder abwechseln: Die realen Ereignisse und die Kapitel eines Romans, in dem die Hauptfigur das Geschehene verarbeitet, verschmelzen immer stärker miteinander. Als Leser schwankt man stets zwischen Verwunderung ob der Paranoia der Heldin und Empathie für ihre Situation. Über die Auflösung kann man geteilter Meinung sein, ich hätte mir etwas Spektakuläreres erwartet.

 

von Christian Kunze